Unverkaufte Mode darf nicht länger vernichtet werden

 

Jahr für Jahr werden Millionen Tonnen von neuer unverkaufter Kleidung und Accessoires einfach geschreddert und häufig verbrannt oder landen als Müll unter anderem in der Atacama Wüste in Chile, wo sie das Ökosystem bedrohen. Das gleiche gilt auch für Kleidung, die von Kunden an die Modemarken zurückgeschickt wird. Eine durchschnittliche Person in Deutschland kauft nach Angaben des Bundesumweltministeriums im Schnitt 60 Kleidungsstücke im Jahr. Gerade durch den E-Commerce Handel hat sich der Absatz seit der Jahrtausendwende bereits mehr als verdoppelt, weshalb die Textilindustrie für 10% des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Durch die extreme Zunahme von Ultra Fast Fashion  durch Brands wie Shein aus China, die längst Inditex (Dachmarke zu der Zara und Bershka unter anderem gehören) und H&M überholt haben, ergibt sich ein immer größeres Umweltproblem, da die Kleidungsstücke und Accessoires sehr häufig von sehr schlechter synthetischer Qualität sind und sehr schnell im Abfall landen, da sie nicht recycelbar sind und damit in den Textilkreislauf nicht zurückgeführt werden können. Die Schäden für Umwelt und Mensch sind damit extrem hoch. Überproduktion ist ein kalkuliertes Geschäftsmodell dieser Fast Fashion Konzerne.

Mit der Ökodesignverordnung soll in der EU die Vernichtung von Neuware in 2 Jahren untersagt werden. Ausgenommen ist Re- und Upcycling. Für kleine Unternehmen gilt eine Übergangszeit von 6 Jahren. Das Ziel ist eine Überproduktion zu verhindern, denn nach einer Expertinnenschätzung werden jährlich 1/3 der weltweit produzierten Kleidungsstücke nie verkauft.

Wie das Ziel einer Eindämmung der Überproduktion genau aussehen geht aus der Verordnung nicht hervor. Damit ist unklar, ob eine Überproduktion zu stoppen ist. Es fehlen klare Regeln. Es bleibt daher nur die Hoffnung, dass bei den Modemarken in Europa, aber auch weltweit durch diese Verordnung ein Umdenken in den Geschäftsetagen stattfindet. Das Geschäftsmodell sollte nicht maximaler Profit durch Fast Fashion sein, sondern Slow Fashion durch eine Kreislaufwirtschaft, die Rücksicht auf Mensch und Umwelt nimmt.